kWp(Kilowattpeak, Kilowatt-Peak, Peakleistung, Nominalleistung)
kWp (Kilowattpeak) misst die Spitzenleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25°C Zelltemperatur). In Österreich erzeugt 1 kWp im Jahr grob 900–1.200 kWh – abhängig von Ausrichtung, Neigung und Standort. Für ein Einfamilienhaus sind typischerweise 8–12 kWp sinnvoll. Die kWp-Angabe ist entscheidend für die Dimensionierung der Anlage, die Wirtschaftlichkeitsberechnung und den Vergleich verschiedener Angebote. Achte darauf, dass Angebote die kWp-Leistung klar ausweisen und nicht nur die Modulanzahl nennen.
kWh(Kilowattstunde)
Kilowattstunden (kWh) geben an, wie viel Energie über die Zeit verbraucht oder erzeugt wird. Beispiel: Ein 2.000-W-Wasserkocher, der 0,5 Stunden läuft, benötigt 1 kWh. Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht etwa 3.500–5.000 kWh pro Jahr. Bei PV-Anlagen ist die kWh-Erzeugung entscheidend für die Wirtschaftlichkeit: Je mehr kWh deine Anlage produziert, desto höher ist dein Eigenverbrauch und damit deine Ersparnis. Die kWh ist auch die Basis für Stromtarife, Einspeisevergütungen und die Berechnung der Amortisationszeit.
Wechselrichter(Inverter, PV-Wechselrichter)
Der Wechselrichter ist das Herzstück der PV-Anlage: Er wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in netzkonformen Wechselstrom (AC) um, optimiert den Betriebspunkt durch MPP-Tracking, überwacht die Anlage kontinuierlich und speist normgerecht ins Netz ein. Bei der Auswahl sind Leistung, Anzahl der MPP-Eingänge, Effizienz (typ. 96–98%), Garantiedauer (10–15 Jahre) und Kompatibilität mit Batteriespeichern entscheidend. Ein hochwertiger Wechselrichter kann die Erträge um 5–10% steigern und ist damit eine wichtige Investitionsentscheidung.
String-Wechselrichter sind der Standard für homogene Dächer ohne starke Verschattung – Module werden in Reihen (Strings) zusammengefasst und an einen zentralen WR geführt. Preise liegen bei 1.500–3.000 € für 10 kWp und damit deutlich unter Mikro- oder Hybrid-WR. Mehrere MPP-Tracker (typ. 2–3) helfen, unterschiedlich ausgerichtete Strings (z. B. Ost/West) separat zu regeln. Nachteil: Fällt ein Modul im String aus oder verschattet, sinkt die Leistung des gesamten Strings. Top-Marken 2026: Fronius Symo, SMA Sunny Tripower, Huawei SUN2000 mit 10–12 Jahren Garantie.
Hybrid-Wechselrichter(Hybrid Inverter, Batteriewechselrichter (Hybrid))
Hybrid-Wechselrichter kombinieren PV-Einspeisung und Speicheranbindung in einem einzigen Gerät – das spart 1.500–2.500 € gegenüber zwei separaten Wechselrichtern (PV-WR + Batterie-WR) und vereinfacht spätere Speicher-Nachrüstung erheblich. Sie steuern den Energiefluss intelligent: PV-Strom geht erst in den Hausverbrauch, dann in den Speicher, dann ins Netz. Wirkungsgrade liegen bei 96–98 %, oft mit zusätzlicher Notstromfunktion. Top-Modelle 2026: Fronius GEN24 Plus, Sungrow SH10RT, Kostal Plenticore. Pflicht-Kauf, wenn ein Speicher von Anfang an geplant oder später möglich ist.
Mikro-Wechselrichter sitzen direkt unter jedem PV-Modul (Marken: Enphase IQ8, AP Systems) und wandeln DC bereits modul-individuell in AC. Jede Zelle wird einzeln auf ihren optimalen Arbeitspunkt geregelt – ein verschattetes oder defektes Modul zieht nicht den ganzen String mit nach unten. Bei stark verschatteten oder komplex zugeschnittenen Dächern (Gauben, Bäume, Kamine) holt das 5–25 % Mehrertrag heraus. Nachteil: 30–50 % Mehrkosten gegenüber String-WR (ca. 2.500–4.500 € statt 1.800 € für 10 kWp) und mehr Komponenten am Dach = mehr potenzielle Fehlerquellen. Lohnt sich primär bei Verschattung über 20 % der Fläche.
MPP-Tracker(Maximum Power Point Tracker, MPPT)
Der MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) passt Spannung und Strom kontinuierlich an, sodass das Modul immer am elektrisch optimalen Arbeitspunkt läuft. Bei wechselnder Einstrahlung (Wolken, Verschattung) oder Temperaturschwankungen holt ein guter MPPT 8–15 % mehr Ertrag heraus als ein starr betriebenes Modul. Moderne String-WR haben 2–3 MPPT, Premium-Modelle bis zu 6. Faustregel: Pro unterschiedlich ausgerichtete Dachfläche (z. B. Ost und West) ein eigener MPPT – sonst zieht die schwächere Seite die stärkere mit. Pro MPPT-Eingang max. 1–2 Strings, je nach WR-Spezifikation.
DC / AC(Gleichstrom/Wechselstrom)
PV-Module liefern Gleichstrom (DC), Haushalt und öffentliches Netz brauchen Wechselstrom (AC) mit 230 V / 50 Hz. Der Wechselrichter übernimmt die Umwandlung – pro Wandlungsschritt gehen 2–4 % als Wärme verloren. Planung und Sicherheit unterscheiden sich grundlegend: DC-Seite (Module bis WR) führt höhere Spannungen (300–1.000 V), benötigt spezielle DC-Sicherungen und Brandschutz; AC-Seite ist Standard-Elektroinstallation. Bei Speichern lohnt sich Hybrid-Topologie: PV → DC-Bus → Speicher (kein Doppel-Wandlungsverlust). Wer beide Welten versteht, vermeidet teure Fehler bei der Planung von Erdung, Überspannungsschutz und Notabschaltung.
DC/AC-Ratio(Überdimensionierung, DC/AC-Verhältnis)
Die DC/AC-Ratio bezeichnet das Verhältnis von installierter PV-Modulleistung (DC) zur Wechselrichter-Nennleistung (AC). Typisch sind 1,2–1,4:1 – das heißt, 12 kWp Module an einem 10-kW-WR (Ratio 1,2). Höhere Ratio (1,3–1,4) bringt mehr Ertrag bei Schwachlicht und Bewölkung, kappt aber bei Sonnen-Spitzen einige Stunden im Jahr Leistung („Clipping"). Beispielrechnung: Bei 1,4:1 verlierst du ca. 1–3 % Spitzenertrag, gewinnst aber 5–8 % mehr Jahresenergie. Wirtschaftlich fast immer ein Gewinn – außerdem wichtig für Netzanschluss-Auflagen (in Ö oft Begrenzung auf bestimmte AC-Werte am Zählpunkt).
PV-String(String, Modulstring)
Ein PV-String ist eine Reihenschaltung mehrerer Module (typisch 8–24 pro String). In Reihe addieren sich die Spannungen (z. B. 12 Module à 40 V = 480 V), der Strom bleibt gleich. Mehrere Strings werden parallel an den Wechselrichter angeschlossen, idealerweise je String an einen eigenen MPPT. Planung erfolgt nach maximaler Spannung des WR (oft 600–1.000 V), Strom pro String und Verschattungsverhalten. Falsche String-Planung kostet 5–15 % Ertrag oder beschädigt den WR. Regel: Alle Module eines Strings gleich ausrichten, gleich neigen, gleich verschatten – sonst bremst das schwächste Modul den Rest.
Modulwirkungsgrad(Modul-Effizienz, Zellwirkungsgrad)
Der Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel des eintreffenden Sonnenlichts in elektrischen Strom umgewandelt wird. 2026 erreichen Standardmodule 20–22 %, Premium-Module wie JinkoSolar Tiger Neo bis zu 22,5 % oder LONGi Hi-MO X10 bis 24 %. Differenz klingt klein, ist aber relevant: 1 % mehr Wirkungsgrad = ca. 45 W mehr pro Modul, bei 20 Modulen = 900 W = fast 1 kWp mehr Anlagenleistung auf gleicher Fläche. Bei knapper Dachfläche oder hochpreisigem Eigenverbrauch lohnt sich der Aufpreis (10–25 % mehr €/Wp). Bei ausreichendem Dach: lieber mehr Standardmodule statt teurer Premium-Ware.
Degradation(Leistungsabfall, Linearleistungsgarantie)
Degradation bezeichnet den natürlichen Leistungsverlust von PV-Modulen über die Jahre – typisch 0,4–0,8 % pro Jahr, im ersten Jahr (LID-Effekt) oft 1–2 %. Nach 25 Jahren bedeutet das noch 85–87 % der ursprünglichen Leistung. Hersteller geben Leistungsgarantien meist als lineare Garantie (z. B. „87,4 % nach 30 Jahren" bei Top-Marken wie JinkoSolar oder Trina). Diese Garantie schützt dich vor unerwartet schnellem Abfall – ohne sie wären Erträge nach 10–15 Jahren rechtlich nicht reklamierbar. Premium-Module mit TOPCon- oder HJT-Zellen degradieren langsamer als ältere PERC-Module – ein konkreter Mehrwert für die 25-jährige Wirtschaftlichkeitsrechnung.
PERC, TOPCon und HJT sind die drei dominanten Zelltechnologien 2026. PERC (Passivated Emitter Rear Cell) ist der günstigste Standard mit ca. 21 % Wirkungsgrad, langsam auf dem absteigenden Ast. TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact) ist die neue Mainstream-Technologie: 22,5 % Wirkungsgrad, geringere Degradation, ca. 5–10 % Aufpreis – Marken: JinkoSolar Tiger Neo, Trina Vertex S+. HJT (Heterojunction) ist Premium: 23 % Wirkungsgrad, beste Temperaturkoeffizienten, ca. 20–30 % Aufpreis – Marken: Meyer Burger, REC Alpha Pure. Für Endkunden in Ö 2026: TOPCon bietet meist die beste Preis-Leistung; HJT lohnt nur bei knappem Dach oder Wert auf Made-in-Europe.
Blindleistung / cos φ(Blindleistungskompensation, Leistungsfaktor)
Blindleistung ist der „nicht-nutzbare" Leistungsanteil im Wechselstromnetz, der durch Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom entsteht. Sie wird vom Wechselrichter erzeugt und belastet das Netz, ohne nutzbare Energie zu liefern. Der Leistungsfaktor cos φ (idealerweise nahe 1) misst diese Phasenverschiebung. Moderne WR können Blindleistung gezielt bereitstellen, um die Netzstabilität zu unterstützen – in Ö bei PV-Anlagen ab 25 kWp ist das eine Auflage des Netzbetreibers (cos φ einstellbar oder dynamisch). Bei Kleinanlagen unter 25 kWp meist optional. Falsche Einstellung kann zu Abregelung oder Strafzahlungen führen – Auflagen des lokalen VNB im Anschluss-Schreiben prüfen.
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms, den du direkt im Haushalt nutzt. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die Anlage, da du teuren Netzstrom vermeidest. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch typischerweise bei 25–40%. Durch Lastverschiebung (Waschmaschine, Geschirrspüler tagsüber nutzen), Smart-Steuerung und vor allem einen Batteriespeicher lässt sich die Quote auf 60–80% steigern. Jede selbst genutzte kWh spart dir die Differenz zwischen Strompreis (ca. 20–30 Cent/kWh) und Einspeisevergütung (ca. 7–10 Cent/kWh).
Autarkiegrad(Autarkie, Selbstversorgungsgrad)
Der Autarkiegrad beschreibt den Anteil deines Strombedarfs, den du selbst über PV (und Speicher) deckst – im Gegensatz zum Eigenverbrauch, der die andere Richtung misst (Anteil des erzeugten Stroms, den du selbst nutzt). Ohne Speicher liegt die Autarkie typisch bei 25–35 %, mit Speicher (10 kWh) steigt sie auf 55–65 %, mit Speicher + Wärmepumpe + Smart-Steuerung sind 70–80 % realistisch. 100 % Autarkie ist in Ö wirtschaftlich nicht sinnvoll (riesiger Speicher für die wenigen Wintermonate). Hebel: Speicherausbau, Lastverschiebung (WP, E-Auto, Wallbox tagsüber), Energiemanagement-System. Pro %-Punkt Autarkie sparst du grob 30–50 €/Jahr bei 4.500 kWh Verbrauch.
Einspeisung bedeutet: PV-Strom, den du nicht selbst nutzt, wird ins öffentliche Netz abgegeben und vergütet. In Österreich 2026 gibt es zwei Wege: OeMAG-Marktprämienmodell (Förderung mit garantiertem Mindesttarif, aktuell 5–8 ct/kWh) oder Direktvermarktung über Stromhändler wie Verbund, Awattar, smartENERGY (variabler Marktpreis, oft 6–12 ct/kWh, manche mit Bonus). Vor 2022 vergebene Tarifförderungen (bis 12,5 ct/kWh) laufen 13 Jahre. Anmeldung erfolgt parallel zur Netzanschluss-Beantragung beim VNB + Vertrag mit OeMAG oder Stromhändler. Faustregel 2026: Bei Strompreis 25 ct/kWh ist jede selbst genutzte kWh 3–4× wertvoller als eine eingespeiste – darum Eigenverbrauch priorisieren.
STC / NOCT(Standard-Testbedingungen, Nominal Operating Cell Temperature)
STC (Standard Test Conditions: 1.000 W/m², 25 °C, AM 1,5) ist die Labor-Norm, mit der alle Datenblatt-Angaben gemacht werden – ein 450-Wp-Modul liefert 450 W nur unter genau diesen Idealbedingungen. NOCT (Nominal Operating Cell Temperature, meist 45 °C) bildet realistischere Praxis ab: warme Module verlieren Leistung. Die Differenz beträgt typisch 15–20 % – ein STC-450-Wp-Modul liefert bei NOCT-Bedingungen nur ca. 340 W. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung in Ö solltest du mit ca. 950–1.100 kWh pro kWp und Jahr rechnen, nicht mit STC-Maximalwerten. Bei Modulvergleichen: NOCT-Werte und Temperaturkoeffizient (idealerweise unter -0,30 %/K) sind aussagekräftiger als das STC-Datenblatt.
Moduldegradation ist der lineare Leistungsverlust von PV-Modulen über die Betriebsjahre – Standardwerte 0,4–0,55 %/Jahr bei TOPCon/HJT, bis 0,7 %/Jahr bei älterem PERC. Hersteller-Garantien 2026: JinkoSolar Tiger Neo und Trina Vertex S+ geben 30 Jahre Leistungsgarantie mit 87,4 % Restleistung, Q CELLS 25 Jahre mit 86 %, REC Alpha Pure-R 25 Jahre mit 92 %. Effekte wie PID (Potential Induced Degradation – Spannungs-Streuströme) oder Hotspots (lokale Überhitzung durch Verschattung/Zelldefekte) lassen sich durch PID-freie Module + Bypass-Dioden + saubere Montage praktisch eliminieren. Versicherungs-Realität: Reklamationen sind aufwändig (Messung, Gutachten) – darum lieber von Anfang an Marke mit Top-Garantie wählen.
Bifaziale Module(bifacial, beidseitig aktive Module)
Bifaziale PV-Module nutzen zusätzlich das Licht, das von hinten auf die Zelle trifft (reflektiert vom Untergrund – „Albedo-Effekt"). Bei Schrägdach-Standardmontage bringen sie nur 5 % Mehrertrag, bei Aufständerung auf hellem Untergrund (Kies, helles Flachdach, Wiese mit Frost) bis 15–25 %. Mehrpreis 2026: ca. 8–12 % gegenüber monofazialen Modulen gleicher Marke. Sinnvoll bei Flachdach-Aufständerung, Carports, Agri-PV, hellen Foliendächern. Bei dunklem Dach (Bitumen, dunkle Ziegel) lohnt sich der Aufpreis kaum, da die Rückseiten-Einstrahlung minimal ist. Beachte: Statik (etwas höheres Gewicht), Glas-Glas-Module brauchen spezielle Klemmen, Ertragsmodellierung in PV*SOL/Helioscope mit korrektem Albedo-Wert (typ. 0,2–0,3, Schnee bis 0,8).
Batteriespeicher(PV-Speicher, Solarbatterie, Stromspeicher)
Ein Batteriespeicher speichert den überschüssigen PV-Strom für die spätere Nutzung und steigert damit den Eigenverbrauch und Autarkiegrad erheblich. Die Dimensionierung erfolgt nach Lastprofil, PV-Größe und Tarifmodell. Faustregel 2026: ca. 1 kWh Speicher pro 1 kWp PV, typisch 5–12 kWh für Einfamilienhäuser. Preise installiert: 800–1.200 €/kWh bei Lithium-Eisenphosphat (LFP), Top-Marken BYD Battery-Box Premium, Tesla Powerwall 3, E3DC S10 X, sonnenBatterie 10. Wirtschaftlichkeit hängt von Zyklenzahl (6.000–10.000 bei 80 % Restkapazität), Entladetiefe (DoD 80–95 %), Wirkungsgrad (85–95 %) und Förderungen ab (Ö Bund: bis 200 €/kWh, max. 2.000 €). Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch von 30 % auf 60–80 %, Amortisation 10–14 Jahre.
📦 Blackout oder höhere Autarkie?
Wir prüfen, welcher Speicher wirklich zu deinem Verbrauch passt – und ob der Preis fair ist.
Speicher-Angebot prüfen →C-Rate(C-Rate, Entladerate)
Die C-Rate bezeichnet die Lade- bzw. Entlade-Geschwindigkeit relativ zur Speicherkapazität. 1C = volle Ladung/Entladung in 1 Stunde, 0,5C = 2 Stunden, 0,33C = 3 Stunden. Beispiel: 10-kWh-Speicher mit 0,5C kann max. 5 kW dauerhaft liefern. Hoher C-Wert ist wichtig, wenn Wärmepumpe + E-Auto + Wallbox gleichzeitig laufen oder bidirektionales Laden (V2H) geplant ist. Marken-Vergleich 2026: Tesla Powerwall 3 = 0,8C (11,5 kW peak), BYD Battery-Box Premium = 0,5C, sonnenBatterie 10 = 0,33C. Faustregel: für reinen Haushalt reicht 0,3–0,5C, für moderne Anwendungen mit WP/E-Auto eher 0,7–1C wählen.
DoD / SoC(Depth of Discharge, State of Charge)
DoD (Depth of Discharge) gibt an, wie tief ein Speicher zulässig entladen werden darf – typisch 80–95 % bei modernen LFP-Speichern, niedriger bei älterer Lithium-Chemie. SoC (State of Charge) ist der momentane Ladezustand in Prozent. Echte nutzbare Kapazität = Nenn-Kapazität × DoD. Beispiel Tesla Powerwall 3: 13,5 kWh nominal × 100 % DoD = 13,5 kWh nutzbar; ältere BYD HVS: 10,2 kWh nominal × 80 % DoD = 8,2 kWh nutzbar. Beim Speicher-Kauf darum immer die nutzbare Kapazität vergleichen, nicht die Brutto-Zahl. Größere DoD erhöht nutzbare Energie, belastet aber Zellen – Hersteller geben darum DoD und Zyklenanzahl gekoppelt an. Garantie-Bedingung: Bei Überschreiten der DoD-Grenze erlischt sie.
Qualitätsindikator für Batterien: Hersteller geben Zyklen bis zum Abfall auf 80 % Restkapazität an. Typische Werte 2026: BYD HVS/HVM rund 6.000 Zyklen, E3DC ca. 8.000, Sonnen und LG bis 10.000 Zyklen. Bei einem durchschnittlichen Nutzungsprofil von einem Vollzyklus pro Tag entspricht das einer kalendarischen Lebensdauer von etwa 16–27 Jahren. Wichtig beim Vergleich: Garantiebedingungen genau lesen (oft kombiniert mit Mindestkapazität + Throughput in MWh + Zeitgrenze, was zuerst eintritt). Tiefere Entladung (höhere DoD) und hohe Lade-/Entladeleistung (hohe C-Rate) verkürzen die Zyklenzahl in der Praxis spürbar.
Notstrom bedeutet, dass bei Stromausfall nur einzelne vordefinierte Kreise (z. B. Kühlschrank, Heizungspumpe, eine Steckdose) weiterversorgt werden – meist über eine Notstrom-Steckdose am Wechselrichter mit kurzer Umschaltpause. Ersatzstrom geht weiter: das ganze Haus läuft weiter, oft mit Schwarzstart-Funktion (Anlage kann ohne Netz wieder hochfahren) und PV-Nachladung des Speichers im Inselbetrieb. Echte Black-Start-fähige Systeme bieten u. a. E3DC S10, Tesla Powerwall mit Backup Gateway, Fronius GEN24 mit Full Backup oder Huawei LUNA. Aufpreis für echten Ersatzstrom inkl. Backup-Box und Umschalteinrichtung: typisch 1.500–2.500 € gegenüber reiner Notstrom-Steckdose. Entscheidend sind Umschaltzeit (echte USV vs. Sekunden-Pause), Phasenbalance (1- vs. 3-phasig) und maximale Last im Inselbetrieb.
📦 Blackout oder höhere Autarkie?
Wir prüfen, welcher Speicher wirklich zu deinem Verbrauch passt – und ob der Preis fair ist.
Speicher-Angebot prüfen →Vor Inbetriebnahme jeder PV-Anlage steht die Netzanmeldung beim zuständigen Verteilnetzbetreiber (in Österreich z. B. Wiener Netze, Netz NÖ, Netz OÖ, KNG-Kärnten Netz, Salzburg Netz). Der Netzbetreiber prüft die Anschlusskapazität, vergibt die Zählpunktnummer (33-stellig, AT…) und tauscht bei Bedarf den Zähler auf einen Smart Meter mit Rücklaufsperre und Vier-Quadranten-Messung. Realistische Wartezeit von Antrag bis Zählertausch: 2–4 Wochen, in Ballungsräumen teils 6–8 Wochen. Ab 5 kWp installierter Leistung ist ein Smart Meter Pflicht. Typische Fallstricke: Netzzutrittsentgelt (200–600 € je nach Anschlussleistung), zusätzliche Schutzeinrichtungen (NA-Schutz extern bei manchen Netzen), fehlende Einreichunterlagen (Anlagenschema, technische Datenblätter Wechselrichter, Konformitätserklärung) führen schnell zu Wochen Verzögerung.
PV-Förderung(PV-Zuschuss, Photovoltaik-Förderung)
Die wichtigste Bundesförderung 2026 läuft über die OeMAG als Investitionszuschuss aus dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG): bis 285 €/kWp für Aufdach-Anlagen bis 10 kWp, gestaffelt sinkend bis 20 kWp – maximal rund 4.350 € für eine typische EFH-Anlage. Beantragung im Calls-System (mehrere Fenster pro Jahr, Budgets oft binnen Minuten ausgeschöpft – frühe Vorbereitung der Unterlagen kritisch). Zusätzlich kombinierbar mit Landesförderungen: Salzburg bis 1.500 € pauschal, Niederösterreich bis 1.500 € + 275 €/kWp Speicherzuschuss, Wien bis 1.000 €, Tirol und Vorarlberg ähnlich. Antrag-Reihenfolge: in den meisten Bundesländern muss die Förderung VOR Beginn der Maßnahme (Auftragserteilung) beantragt sein – nachträgliche Anträge werden abgelehnt. Speicher und Wallbox haben eigene Förder-Töpfe.
PV-Anlage(Photovoltaik-Anlage, Solaranlage, PV-System)
Eine PV-Anlage besteht aus Solarmodulen (typ. JinkoSolar/Trina/Q-Cells), Wechselrichter (Fronius/SMA/Huawei), Montagesystem und optional Batteriespeicher (BYD/Tesla/E3DC). Standard-Größe für Einfamilienhaus in Österreich: 8–12 kWp = 20–30 Module à 440 W. Investitionskosten 2026: 1.200–1.800 €/kWp brutto (DE: 1.100–1.600 €/kWp + Nullsteuersatz). Mit aktueller Förderung (EAG-Investitionszuschuss 285 €/kWp + Landesförderung) sinkt die Brutto-Investition um bis zu 4.350 € (NÖ/Sbg) bzw. ~3.850 € (Wien/Krnt). Amortisation 8–11 Jahre bei 30 % Eigenverbrauch, Lebensdauer 25–30 J.
Photovoltaik (PV) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um — entdeckt 1839 von Edmond Becquerel, seit 1950er Jahren kommerziell genutzt. Heutige Standard-Module nutzen Silizium-Zellen (mono- oder polykristallin) mit 20–23 % Wirkungsgrad. In Österreich erzeugt 1 kWp ca. 950–1.200 kWh/Jahr je nach Standort (Wien-Stadt unten, Salzkammergut/Vorarlberg oben). 2026 sind in Ö über 1 Mio. PV-Anlagen installiert (Verdoppelung seit 2022). Treiber: gestiegene Strompreise (29 ct/kWh Ø Haushalt), EAG-Investitionszuschuss, „Raus aus Öl & Gas"-Welle bei Wärmepumpen-Kombi.
Dynamische Stromtarife(Variable Stromtarife, Flexible Tarife, Spotmarkt-Tarife)
Strompreis passt sich stündlich dem Marktpreis an. Bei hoher PV-Einspeisung (Mittag) niedrige Preise, bei hoher Nachfrage (Abend) höhere Preise. Ideal für PV-Besitzer mit Batteriespeicher: Günstig laden, teuer verkaufen.